Pubertät beim Hund – Warum dein Junghund plötzlich „alles vergessen“ hat
“Und plötzlich scheint jede Botschaft an den Hund im Nichts zu verpuffen”
Der Rückruf funktioniert plötzlich nicht mehr, Hundebegegnungen werden schwieriger, der Spaziergang an der lockeren Leine scheint vergessen und der einst verschmuste Welpe diskutiert auf einmal jede Kleinigkeit aus.
Die gute Nachricht: Das ist völlig normal.
Die weniger gute: Jetzt beginnt eine der wichtigsten Phasen im Leben deines Hundes.
Die Pubertät ist mehr als nur Hormone
Viele Hundehalter denken bei der Pubertät zuerst an Hormone, das erste Beinheben oder die erste Läufigkeit. Tatsächlich passiert in dieser Zeit aber viel mehr.
Das Gehirn deines Hundes wird umfassend umgebaut. Nervenzellen werden neu verknüpft, Erfahrungen bewertet und Verhaltensweisen gefestigt. Vieles von dem, was dein Hund jetzt lernt, begleitet ihn sein ganzes Leben.
Deshalb ist die Junghundezeit mindestens genauso wichtig wie die Welpenzeit – wenn nicht sogar wichtiger.
In dieser Phase entwickelt sich unter anderem:
- Impulskontrolle
- Frustrationstoleranz
- Sozialverhalten
- Konfliktverhalten
- Selbstregulation
- Orientierung am Menschen
Die Pubertät dauert länger, als viele denken
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die Pubertät nach wenigen Monaten vorbei ist.
Je nach Rasse und Entwicklung dauert sie oft zweieinhalb bis drei Jahre, bei manchen großen Hunden sogar noch länger.
Gerade deshalb lohnt es sich, Geduld zu haben und nicht zu erwarten, dass der Hund bereits wie ein erwachsener Hund handelt.
Warum wirkt mein Hund plötzlich so chaotisch?
Zu Beginn der Pubertät verändert sich zunächst die Motorik.
Viele Junghunde wirken plötzlich tollpatschig, verschätzen sich beim Rennen oder stoßen sich beim Aufstehen den Kopf.
Der Grund dafür ist einfach: Das Gehirn baut gerade die Bereiche um, die für Bewegungssteuerung und Koordination zuständig sind.
Später kommen die emotionalen Veränderungen hinzu.
Mal sucht dein Hund deine Nähe, möchte kuscheln und wirkt wieder wie ein Welpe. Im nächsten Moment stellt er Regeln infrage, diskutiert oder scheint völlig auf Durchzug zu schalten.
Auch das gehört zur normalen Entwicklung.
Warum Frustration jetzt so wichtig ist
Ein besonders wichtiger Baustein in der Pubertät ist die Frustrationstoleranz.
Während dieser Entwicklungsphase fällt es deinem Hund deutlich schwerer, mit Stress, Enttäuschungen oder unerfüllten Bedürfnissen umzugehen. Genau deshalb muss er jetzt lernen, solche Situationen auszuhalten.
Das bedeutet nicht, den Hund absichtlich zu überfordern.
Es bedeutet vielmehr, ihm kontrolliert kleine Herausforderungen zuzumuten.
Zum Beispiel:
- kurz warten, bevor es nach draußen geht,
- nicht jeden Hund begrüßen dürfen,
- ruhig auf seiner Decke bleiben,
- akzeptieren, dass nicht jeder Wunsch sofort erfüllt wird,
- entspannt an kurzer Leine laufen,
- Langeweile aushalten.
Diese alltäglichen Situationen helfen deinem Hund, Gelassenheit zu entwickeln.
Nicht jeder Frust muss sofort aufgelöst werden
Aus Liebe zum Hund möchten viele Menschen unangenehme Situationen möglichst schnell beenden.
Doch genau dadurch lernt der Hund oft, dass Frust gar nicht ausgehalten werden muss.
Stattdessen sollte dein Hund die Möglichkeit bekommen, selbstständig wieder zur Ruhe zu finden.
Das bedeutet:
- keine Ablenkung mit Leckerchen,
- keine sofortige “Wiedergutmachung”,
- keine Belohnung dafür, dass er lange genug gewartet hat.
Frustrationstoleranz entsteht nicht dadurch, dass der Hund wartet und anschließend doch bekommt, was er wollte.
Sie entsteht dadurch, dass der Hund akzeptiert, dass sich manche Wünsche nicht erfüllen – und trotzdem entspannt bleibt.
Die Pubertät ist eine Chance
So herausfordernd diese Zeit manchmal auch sein kann: Sie bietet gleichzeitig die größte Chance, deinen Hund auf ein entspanntes Leben vorzubereiten.
Mit klarer Führung, Geduld und konsequentem Training lernt dein Hund,
- sich an dir zu orientieren,
- Frust auszuhalten,
- Impulse zu kontrollieren,
- Konflikte angemessen zu lösen,
- auch in schwierigen Situationen ansprechbar zu bleiben.
Diese Fähigkeiten sind später oft wichtiger als jedes perfekt ausgeführte Kommando.
Fazit
Die Pubertät ist keine Phase, die man einfach “überstehen” muss.
Sie ist eine entscheidende Entwicklungszeit, in der die Weichen für das spätere Leben gestellt werden. Wer seinen Hund jetzt liebevoll, klar und souverän begleitet, legt den Grundstein für einen gelassenen und alltagstauglichen Begleiter.
Gerade jetzt lohnt es sich, in die Beziehung und das gemeinsame Training zu investieren.
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✔ Orientierung am Menschen
✔ Impulskontrolle und Frustrationstoleranz
✔ Ruhe und Selbstregulation
✔ Hundebegegnungen
✔ Alltagstraining für ein entspanntes Miteinander
Der Kurs findet in einer kleinen Gruppe statt, sodass genügend Zeit für individuelle Fragen und persönliche Begleitung bleibt. Zudem gibt es ein umfassendes Handout und eine Begleitung in einer privaten WhatsApp-Gruppe.
Ich freue mich darauf, euch auf dem Weg durch die Pubertät zu begleiten!